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Die besten Krimis des Monats

Die Juni-Krimibestenliste der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und von "Deutschlandradio Kultur"

An der Spitze der Krimibestenliste Juni 2018 steht Denise Mina mit Blut Salz Wasser (Ariadne):

Neben Val McDermid (*1955) ist Denise Mina (*1966) die profilierte schottische Krimiautorin, als Glaswegian eine würdige Schülerin des großen William McIlvanney, dem Vater des modernen Kriminalromans aus Schottland. 2017 erhielt die vielfach ausgezeichnete Mina für ihren True Crime The long Drop den nach ihm benannten Bloody Scotland McIlvanney Prize.
Erstaunlicherweise ist Mina nicht so bekannt und gut verkauft wie ihre Mitkämpferin.
Val McDermid wanderte im Laufe der Jahre von einer dezidiert linken und feministischen Position Richtung Mainstream; die jüngere Denise Mina situiert mit ihren beidenProtagonistinnen den Kampf um weibliche Gleichberechtigung in einer neueren Gegenwart. Die junge Journalistin Paddy Meehan schlägt sich Mitte der achtziger Jahre durch Macho-dominierte Redaktionen und Gesellschaft. DI Alex Morrow, in Blut Salz Wasser Mutter dreizehn Monate alter Zwillinge, verheiratet, hat etliche Erfahrungen, die Paddy machen muss, schon hinter sich. Beide sind gestandene Frauen, realistisch gezeichnet, mit ihren Widersprüchen. Beide sind gesellschaftlich Aufsteigerinnen, kennen also auch die Milieus der Armen, aus denen oft die Täter kommen.
Wie der vom ersten Satz an bekannte Mörder Iain Fraser, der eine viel zu lange Geschichte als Unterschicht-Krimineller mit sich schleppt. Bei ihm interessiert das in die ganze komplexe Gesellschaftsgeschichte versteckte Motiv für den Mord, das die Spannung antreibt. Bemerkenswert: Nicht Gerechtigkeit, sondern schnöde Geldgier treibt die miteinander konkurrierenden Polizeibehörden Police Scotland und Metropolitan Police („Scotland Yard“), wenn sie Alex Morrow ins Seebad Helensburgh schicken, um die verschwundene Roxanne zu finden. Es geht um 7 Mio. Pfund Drogengeld, die der Behörde rechtmäßig zusteht, die den Gangster schnappt. Was für ein schwarzer Witz angesichts von Brexit und schottischen Unabhängigkeitsbestrebungen!
Nota bene: Mit Blut Salz Wasser ist Denise Mina jetzt bei Ariadne gelangt, in dem Verlag der 1990 den ersten Krimi von Val McDermid herausbrachte und die Schottin in Deutschland bekannt machte.
Verlegerin Else Laudan verspricht, nach diesem fünften auch die noch fehlenden Alex-Morrows herauszubringen.

„In Blut Salz Wasser dekonstruiert Denise Mina eindrucksvoll den konservativen Glauben, dass mit der Überführung des Täters alles wieder gut und die Ordnung wiederhergestellt sei. Vielmehr kommen die wahren Schuldigen davon, während ihre Handlanger gefasst werden. Und sie sind es, mit denen man fühlt. Iain, der am Anfang eine Frau ermordet, ist die Figur, die am längsten nachwirkt. (Sonja Hartl, Deutschlandfunk Kultur)

„Jeder Kriminalroman, den die 1966 in Glasgow geborene Denise Mina schreibt, hätte eine eigene Kolumne verdient, so lebensnah und realitätsgesättigt spinnt sie ihr Garn.“ (Tobias Gohlis, DIE ZEIT)

Die komplette Liste finden Sie hier (durch Klick auf die Abbildung kommen Sie zum pdf):